Aufgeschoben, aufgehoben?
Die neue Bundesregierung hält an den Plänen zur Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses fest. Allerdings soll das Gebäude später als bislang geplant stehen.
"Der Bundestagsbeschluss zum Bau des Humboldtforums am historischen Ort und in der äußeren Gestalt des Berliner Stadtschlosses wird realisiert" - so heißt es auf Seite 87 des schwarz-gelben Koalitionsvertrages. Die künftigen Nutzer des Humboldtforums sind froh über dieses Bekenntnis der neuen Bundesregierung. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Hermann Parzinger, ist der Ansicht,
"dass durch die klare Aussage der neuen Regierung in der Koalitionsvereinbarung das Projekt eben genau so weitergehen wird. Wir wären natürlich nicht glücklich gewesen, wenn hier eine mehrjährige Unterbrechung eingetreten wäre. So ist wirklich gewährleistet, dass all die Arbeit, die wir gemeinsam in das Projekt gesteckt haben, dass die wirklich nicht umsonst war und jetzt arbeiten wir unter Hochdruck weiter."
Allerdings fehlt im Koalitionsvertrag eine wichtige Aussage - die zum zeitlichen Ablauf des 550 Millionen Euro teuren Berliner Stadtschlosses. Bereits heute deutete der scheidende Staatssekretär im Bundesbauministerium an, dass das Stadtschloss später fertig werden wird als geplant. Der Bau könnte im Frühjahr 2011 beginnen und nicht bereits im Herbst nächsten Jahres - wie ursprünglich gedacht. Damit die Kosten nicht steigen, soll langsamer gebaut werden als vorgesehen, so Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup.
"Deswegen gehe ich heute davon aus, dass eine Gesamtbauzeit von 5 bis 6 Jahren realistisch ist und wir im Jahr 2016 die Fertigstellung haben werden. Ich habe noch die Kanzlerin im Ohr, die bei der Eröffnung des Neuen Museums darüber sprach, dass man 15 Jahre im Museumsinselbereich noch bauen wolle, insofern wären wir weit vorher fertig sein können als im Museumsinselbereich die Bauarbeiten abgeschlossen sein können."
Wenn, ja wenn nicht das Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Vergabe des Auftrags an den italienischen Architekten Franco Stella entscheidet. Der Drittplazierte im Wettbewerb, der Berliner Architekt Hans Kollhoff, hatte Beschwerde eingelegt, das Bundeskartellamt hatte ihm Recht gegeben und den Vertrag mit Franco Stella für nichtig erklärt. Der Grund: Stella habe formale Voraussetzungen nicht erfüllt, so verfüge sein Büro nicht über den geforderten Mindestumsatz. Das Bundesbauministerium seinerseits klagt nun gegen diese Entscheidung des Bundeskartellamts.
"Der Bund hat nach wie vor keinen Zweifel an der Teilnahmeberechtigung von Prof. Franco Stella. Um die in der Öffentlichkeit vorgetragenen Zweifel an der Teilnahmeberechtigung von Franco Stella hat der Bund Franco Stella gebeten, Nachweise vorzulegen, die seine Teilnahmeberechtigung belegen. Dieser Bitte ist Prof. Franco Stella nachgekommen und hat Unterlagen vorgelegt."
Sollte das Oberlandesgericht Düsseldorf Anfang Dezember gegen das Bundesbauministerium entscheiden, wird sich der Bau des Berliner Stadtschlosses weiter verzögern. Das bedeutet: Verlorene Zeit und verlorenes Geld - haben doch das Bundesbauministerium und die künftigen Nutzer - Humboldtuniversität, Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Landesbibliothek - in den letzten neun Monaten gemeinsam mit Franco Stella den architektonischen Entwurf überarbeitet. Unklar ist noch, ob neben den drei Fassaden weitere Gebäudeteile barock rekonstruiert werden - Geld vom Bund steht dafür jedenfalls nicht zur Verfügung.
"Wer sich mehr wünscht, muss auch mehr Finanzen mitbringen. Wir haben ein Budget abgebildet, was der Bund bestellt hat. Wenn Rekonstruktionen darüber hinaus erwartet werden, dann muss auch darüber gesprochen werden, wie das bezahlt werden soll."
So der Staatssekretär im Bundesbauministerium Engelbert Lütke Daldrup, für den dies wohl der letzte öffentliche Auftritt war. Dass der Wiederaufbau des barocken Berliner Preußenschlosses zur Herzensangelegenheit des neuen bayerischen Bundesbauministers Peter Ramsauer wird, das darf getrost bezweifelt werden.
"dass durch die klare Aussage der neuen Regierung in der Koalitionsvereinbarung das Projekt eben genau so weitergehen wird. Wir wären natürlich nicht glücklich gewesen, wenn hier eine mehrjährige Unterbrechung eingetreten wäre. So ist wirklich gewährleistet, dass all die Arbeit, die wir gemeinsam in das Projekt gesteckt haben, dass die wirklich nicht umsonst war und jetzt arbeiten wir unter Hochdruck weiter."
Allerdings fehlt im Koalitionsvertrag eine wichtige Aussage - die zum zeitlichen Ablauf des 550 Millionen Euro teuren Berliner Stadtschlosses. Bereits heute deutete der scheidende Staatssekretär im Bundesbauministerium an, dass das Stadtschloss später fertig werden wird als geplant. Der Bau könnte im Frühjahr 2011 beginnen und nicht bereits im Herbst nächsten Jahres - wie ursprünglich gedacht. Damit die Kosten nicht steigen, soll langsamer gebaut werden als vorgesehen, so Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup.
"Deswegen gehe ich heute davon aus, dass eine Gesamtbauzeit von 5 bis 6 Jahren realistisch ist und wir im Jahr 2016 die Fertigstellung haben werden. Ich habe noch die Kanzlerin im Ohr, die bei der Eröffnung des Neuen Museums darüber sprach, dass man 15 Jahre im Museumsinselbereich noch bauen wolle, insofern wären wir weit vorher fertig sein können als im Museumsinselbereich die Bauarbeiten abgeschlossen sein können."
Wenn, ja wenn nicht das Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Vergabe des Auftrags an den italienischen Architekten Franco Stella entscheidet. Der Drittplazierte im Wettbewerb, der Berliner Architekt Hans Kollhoff, hatte Beschwerde eingelegt, das Bundeskartellamt hatte ihm Recht gegeben und den Vertrag mit Franco Stella für nichtig erklärt. Der Grund: Stella habe formale Voraussetzungen nicht erfüllt, so verfüge sein Büro nicht über den geforderten Mindestumsatz. Das Bundesbauministerium seinerseits klagt nun gegen diese Entscheidung des Bundeskartellamts.
"Der Bund hat nach wie vor keinen Zweifel an der Teilnahmeberechtigung von Prof. Franco Stella. Um die in der Öffentlichkeit vorgetragenen Zweifel an der Teilnahmeberechtigung von Franco Stella hat der Bund Franco Stella gebeten, Nachweise vorzulegen, die seine Teilnahmeberechtigung belegen. Dieser Bitte ist Prof. Franco Stella nachgekommen und hat Unterlagen vorgelegt."
Sollte das Oberlandesgericht Düsseldorf Anfang Dezember gegen das Bundesbauministerium entscheiden, wird sich der Bau des Berliner Stadtschlosses weiter verzögern. Das bedeutet: Verlorene Zeit und verlorenes Geld - haben doch das Bundesbauministerium und die künftigen Nutzer - Humboldtuniversität, Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Landesbibliothek - in den letzten neun Monaten gemeinsam mit Franco Stella den architektonischen Entwurf überarbeitet. Unklar ist noch, ob neben den drei Fassaden weitere Gebäudeteile barock rekonstruiert werden - Geld vom Bund steht dafür jedenfalls nicht zur Verfügung.
"Wer sich mehr wünscht, muss auch mehr Finanzen mitbringen. Wir haben ein Budget abgebildet, was der Bund bestellt hat. Wenn Rekonstruktionen darüber hinaus erwartet werden, dann muss auch darüber gesprochen werden, wie das bezahlt werden soll."
So der Staatssekretär im Bundesbauministerium Engelbert Lütke Daldrup, für den dies wohl der letzte öffentliche Auftritt war. Dass der Wiederaufbau des barocken Berliner Preußenschlosses zur Herzensangelegenheit des neuen bayerischen Bundesbauministers Peter Ramsauer wird, das darf getrost bezweifelt werden.