Wolfram Eilenberger, geboren 1972, hat Philosophie, Psychologie und Romanistik studiert und ist Autor zahlreicher philosophischer Sachbücher. Der Publizist lehrte an der University of Toronto (Kanada), der Indiana University (USA) und an der Berliner Universität der Künste. Eilenberger war Gründungschefredakteur des Philosophie Magazins. Er ist zudem Mitglied der Programmleitung des Philosophie-Festivals phil.cologne und Moderator der Sendung "Sternstunde Philosophie" im Schweizer Fernsehen SRF.
Der Wunsch nach dem übergeordneten Sinn
30:29 Minuten

Muss man Politik gut erzählen - oder reicht es, Probleme zu lösen? Ist Hansi Flick der Olaf Scholz des Fußballs? Darf Klimaschutz Landschaften verändern? Warum Sebastian Kurz wenig Popularität einbüßt. Und: Das BVerfG tagt erneut zur Parteienfinanzierung.
Der Essayist Christian Schüle hält nichts von "Erzählungen" in der Politik. Immerzu sei derzeit von einem "Narrativ" die Rede, das eine Koalition oder Partei zu erfinden habe, klagt er:
"Was soll das? Was ist das für eine Auffassung von Politik? Ist Storytelling nicht das inhaltsleere Aufplustern des Uneigentlichen, da es dabei allein auf die emotionale Stimmigkeit der 'Geschichte' ankommt, nicht aber auf Logik, Begründung, Präzision und Faktentreue?"
Nachhaltigkeit brauche Tugenden wie Nach- und Rücksicht, meint Schüle: "Das Kerngeschäft des Politischen ist Problemlösen, nicht Erzählen. Ist das Bohren dicker Bretter, Moderation, Verhandlung, Synthese, Kompromisskunst."
Hat er Recht? Ist der Wunsch nach einem "Narrativ", einem übergeordneten Sinn, einer grundsätzlichen Richtung tatsächlich so abwegig? Diese Frage diskutieren wir heute in unserer Mittagssendung. Unser Gast: der Philosoph Wolfram Eilenberger.
Die weiteren Themen:
- Die Nationalmannschaft kickt wieder gut und erfolgreich: Ist Hansi Flick der Olaf Scholz des Fußballs?
- Die Samen und ihre Rentierherden gegen norwegische Windparks: Bis wohin darf Klimaschutz Landschaften verändern?
- Politische Kultur in Österreich: Bleibt Sebastian Kurz ein Heilsbringer trotz der Korruptionsermittlungen?
- Parteienfinanzierung: Schafft das System Misstrauen gegenüber der Politik?