Sollen Katzenhalter Steuern zahlen müssen?

In Deutschland gibt es geschätzt 13 Millionen Katzen, und auch die süßesten von ihnen fangen Mäuse und Vögel. Der Deutsche Jagdverband fordert jetzt eine Katzensteuer, wie bei den Hunden. Der Naturschutzbund Deutschland hält nichts davon.
13 Millionen Katzen leben nach Schätzungen in Deutschland, zwei Millionen von ihnen draußen, in Gärten, Parks und Brachen. Und alle frönen dem Jagdtrieb - kaum eine Katze, die nicht gern zwischendurch mal einen Vogel fängt oder sich eine Maus holt.
Der Deutsche Jagdverband fordert nun eine Katzensteuer, die Halter müssten mehr Verantwortung übernehmen, heißt es. Und: Die frei umherlaufenden Katzen gefährdeten die Artenvielfalt.

Flauschig und zuckersüß - und für kleinere Tiere dennoch sehr gefährlich© picture alliance / Markus Scholz
Das sieht man beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) anders. Der Vogel-Experte Heinz Kowalski sagt, die Artenvielfalt habe insgesamt jede Menge Probleme. Katzen seien aber nur ein relatives kleines Problem für die Vielfalt.
Die wilde Population soll nicht größer werden
Dennoch töten sie natürlich ab und an kleinere Tiere, und die wilde Population soll sich nicht weiter vergrößern, darin sind sich wohl alle einig. Eine Katzensteuer wäre für Kowalski aber nur eine "Schein-Lösung" - und vielleicht sogar kontraproduktiv. Er glaubt zudem nicht, dass sie politisch durchsetzbar ist. Aber wenn sie käme, würden einige Katzenbesitzer wahrscheinlich ihre Tiere aussetzen, um keine Steuer bezahlen zu müssen. Und damit das Problem noch vergrößern.

Katzenbabys kann kaum jemand widerstehen. Im Internet sind Katzenvideos der Super-Hit© picture alliance/dpa/Patrick Pleul
Besser findet Kowalski das Paderborner Modell. Die Stadt hat eine Kastrations- und Meldepflicht für alle Katzen verordnet. Aber nur wenige Städte hätten das Modell kopiert, klagt der Ornithologe. "Wir würden uns wünschen, dass sich das bundesweit ausdehnt", sagte Kowalski.