Die Transformation des Wolfgang Petry
Ohne Freundschaftsbänder und mit kurzen Haaren: Wolfgang Petry singt jetzt auf Englisch. Popkritiker Jens Balzer macht beim Debütalbum der Pete Wolf Band "Happy Man" eine melancholische Grundnote aus – und ist von der Verwandlung des Ex-Schlagerrockers durchaus überzeugt.
Morgen erscheint "Happy Man", das Debütalbum der Pete Wolf Band. Ein Album, das vor allem aus Cover-Versionen von Blues-, Rock- und Country-Nummern besteht. Das wäre an sich noch nicht weiter bemerkenswert, aber hinter Pete Wolf verbirgt sich ein alter Bekannter: Wolfgang Petry. Über das überraschende Comeback eines der meistgefragten deutschen Musikers der 80er- und 90er-Jahre spricht Vivian Perkovic mit Popkritiker Jens Balzer.
Eher untertourig agierende Bluesrock-Band
Da singt jetzt ein älterer, etwas ungepflegt wirkender Herr in verwaschenem T-Shirt und schmuddeliger Jeans-Jacke mit kurzen Haaren und Zehn-Tage-Bart, so ein "Typ frisch verrenteter Fernfahrer mit einer gut gelaunten, aber eher untertourig agierenden Bluesrock-Band drumherum", beschreibt Balzer den neu aufgestellten, einstigen Erfinder des deutschen Schlagerrocks. Mehr noch: Auch seine legendären Freundschaftsbänder sind ab, die lange seinen ganzen Arm zierten.
Und jetzt: "Will er wohl als Künstler ernstgenommen werden" - daher der Namenswechsel. Und musikalisch: "Stand er für ja schon vorher für eine rockige, eher derb-maskulinistische Variante von Schlager und wendet sich jetzt gewissermaßen dem amerikanischen Pendant seiner Musik zu, dem Mainstream-Country und Bluesrock." Als Unterschiede zeigen sich: "Erstens, dass er jetzt auf Englisch singt und zweitens die eher melancholische Grundnote."
"Ich hab mir das gerne angehört"
Fazit des Popkritikers Jens Balzer: "Ich hab mir das gerne angehört und finde Wolfgang Petry in dieser Wendung auch überzeugender als zum Beispiel Marius Müller-Westernhagen, der ja schon mal Ähnliches versucht hat." Also: Wolle lebt - Pete Wolf rules. Oder?