Kapellmeister alten Schlages
Der Dirigent Horst Stein ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Stein war von 1985 bis 1996 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker und stand bei 138 Auftritten am Dirigentenpult bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth.
Stein wurde in Wuppertal-Elberfeld geboren. In Wuppertal begann er auch seine Karriere als Kapellmeister. Mit 19 Jahren ging er an die Staatsoper nach Ostberlin. Doch nach dem Mauerbau verließ er die DDR. Nach Stationen in Mannheim, an der Hamburger Staatsoper und in Genf landete er 1985 bei den Bamberger Symphonikern, die er elf Jahre leitete und die ihn 1996 zum Ehrendirigenten auf Lebenszeit ernannten.
Der Musikredakteur Rainer Pöllmann nannte Stein im Deutschlandradio Kultur einen "Kapellmeister alten Schlages", der nicht wie heutige "Jet-Set-Dirigenten" von einer Station zur nächsten strebte. "Er konnte das Ex und hopp nicht leiden, Sänger, die mit Hut und Mantel auftreten, die konnte er nicht leiden", so Pöllmann.
In seinem Repertoire sei er eher ein Generalist gewesen, und auch musikalisch ein Kapellmeister alter Schule, "der das 18. und 19. Jahrhundert als Gipfel musikalischer Entwicklung angesehen hat", meinte Pöllmann, der aber trotzdem nie seine Neugier verloren habe.
Stein sei ein überaus solider, kenntnisreicher, Repertoire erfahrener Dirigent gewesen, "einer, der sich in Oper und Konzert gleichermaßen souverän bewegt" habe. "Aber er war alles andere als glamourös, sowohl von seinem Äußeren her - er war dick und klein und glatzköpfig - als auch von seiner künstlerischen Erscheinung. Das alles war wunderbar musiziert, aber es hatte nicht diesen Glamour, den spätestens seit zehn Jahren dann auch Bayreuth verlangt hat. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass er 1996 zum letzten Mal in Bayreuth dirigiert hat."
Sie können das vollständige Gespräch mit Rainer Pöllmann zum Tod von Horst Stein mindestens bis zum 28.12.2008 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio
Der Musikredakteur Rainer Pöllmann nannte Stein im Deutschlandradio Kultur einen "Kapellmeister alten Schlages", der nicht wie heutige "Jet-Set-Dirigenten" von einer Station zur nächsten strebte. "Er konnte das Ex und hopp nicht leiden, Sänger, die mit Hut und Mantel auftreten, die konnte er nicht leiden", so Pöllmann.
In seinem Repertoire sei er eher ein Generalist gewesen, und auch musikalisch ein Kapellmeister alter Schule, "der das 18. und 19. Jahrhundert als Gipfel musikalischer Entwicklung angesehen hat", meinte Pöllmann, der aber trotzdem nie seine Neugier verloren habe.
Stein sei ein überaus solider, kenntnisreicher, Repertoire erfahrener Dirigent gewesen, "einer, der sich in Oper und Konzert gleichermaßen souverän bewegt" habe. "Aber er war alles andere als glamourös, sowohl von seinem Äußeren her - er war dick und klein und glatzköpfig - als auch von seiner künstlerischen Erscheinung. Das alles war wunderbar musiziert, aber es hatte nicht diesen Glamour, den spätestens seit zehn Jahren dann auch Bayreuth verlangt hat. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass er 1996 zum letzten Mal in Bayreuth dirigiert hat."
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