Hören Sie zum Tod von K.O. Götz auch den Nachruf unseres Kunstkritikers Carsten Probst: Audio Player
Tod eines Jahrhundertkünstlers

In seinem Lebenswerk spiegelt sich ein ganzes Jahrhundert: Der bedeutende Maler Karl Otto Götz ist im Alter von 103 Jahren gestorben. Während des Nazi-Regimes hatte er Malverbot, doch das tat seiner Karriere in der Nachkriegszeit keinen Abbruch, im Gegenteil. Im Interview blickt sein Weggefährte, der Galerist Georg Nothelfer, auf Leben und Werk des Ausnahmekünstlers.
Karl Otto Götz ist tot, der bedeutende Künstler starb im hohen Alter von 103 Jahren. Er gilt als einer der Pioniere der abstrakten Kunst. Berühmt wurde er mit großformatigen gestischen Schwarz-Weiß-Kompositionen. Bekannt ist auch Götz' monumentale Serie "Jonction III", die er als Reaktion auf den Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 malte und die heute zur Kunst des Bundestags gehört. Obwohl er im Alter blind wurde, malte er bis ganz zum Schluss - mit Hilfe seiner Frau Rissa (79).
Geboren wurde K.O. Götz, wie ihn Bewunderer und Wegbegleiter nannten, am 22. Februar 1914 in Aachen, noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Unter den Nazis hatte Götz Malverbot, nach dem Zweiten Weltkrieg half er mit, die deutsche Kunst wieder international hoffähig zu machen. Zu seinen Schülern gehören Sigmar Polke und Gerhard Richter - letzterer gilt heute als teuerster Maler der Gegenwart.
Was K.O. Götz' Kunst auszeichnet, warum seine Werke so oft norwegische Namen tragen, woher er seine spezielle Technik mit Tapetenkleister auf Leinwand hatte und wie er seine letzten Lebensjahre verbrachte, darüber spricht Stephan Karkowsky mit dem Galeristen Georg Nothelfer, einem langjährigen Weggefährten von Götz.