"Wir wissen noch recht wenig"
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Der Medizintheoretiker David Martin möchte zum aktuellen Zeitpunkt keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche geben. Die Datenbasis bei Impfungen von Minderjährigen gegen das Coronavirus sei zu gering.
Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) hat sich für eine Impfung von Kindern und Jugendlichen ausgesprochen, sobald dies möglich sei. Bis Ende August sollten alle gegen das Coronavirus geimpft werden können, die wollen.
Weitere Forschung erforderlich
Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Professor für Medizintheorie an der Universität Witten-Herdecke, David Martin, möchte zum aktuellen Zeitpunkt hingegen keine generelle Impfempfehlung für Minderjährige geben. Aus wissenschaftlicher Sicht sei man überhaupt noch nicht so weit.
Der Medizintheoretiker verweist darauf, dass die Krankheitsverläufe von Minderjährigen bei einer Infektion mit dem Sars-Covid-2-Virus nicht so schwerwiegend und häufig seien, dass man eine generelle Impfung rechtfertigen könne. Auch ändere sich durch die Impfung der Minderjährigen nicht maßgeblich etwas am Risiko der Älteren.
"Argument der Herdenimmunität greift nicht"
"Das Argument der Herdenimmunität greift nicht genügend, um die Impfung für die Kinder und Jugendlichen zu rechtfertigen", so Martin.
Martin ist Co-Autor der Studie "Covid-19- Impfung für Kinder und Jugendliche? Vierzehn Argumente für einen rationalen Weg in Deutschland". Die Studie befindet sich im Peer-Review-Verfahren.
In der Studie habe man Daten von 1127 Kindern, die geimpft wurden, betrachtet. Dabei hatten 0,4 Prozent der Kinder schwere Nebenwirkungen durch die Impfung. 62 Prozent der Minderjährigen hätten auf die Impfung reagiert, sei es durch Fieber, Abgeschlagenheit oder Schmerzen an der Injektionsstelle.
(huc)