Klaus Scharfschwerdt gestorben
Drummer Ian Paice von Deep Purple als Vorbild: Klaus Scharfschwerdt bei der Abschiedstour der Band im Juli 2015 in Berlin. © picture alliance / Robert Schlesinger
Er katapultierte die Puhdys in die Achtziger
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Mit Klaus Scharfschwerdt ist eine prägende Figur der DDR-Rockmusik gestorben. Von 1979 bis zur Auflösung der Band sorgte er für den richtigen Rhythmus bei den Puhdys.
Der langjährige Schlagzeuger der Ostrock-Band Puhdys, Klaus Scharfschwerdt, ist tot. Er starb bereits am vergangenen Freitag in einer Berliner Klinik an Krebs, wie die Managerin der Band bekanntgab. Scharfschwerdt wurde 68 Jahre alt. Von 1979 bis zur Auflösung 2014 war er Mitglied der Puhdys. Die Band gab 2015 und 2016 noch einige Konzerte.
Mitte der 1980er-Jahre wurde Scharfschwerdt als bester Schlagzeuger der DDR ausgezeichnet. In dieser Zeit war Götz Hintze Musikdokumentar beim Fernsehen der DDR, nach der Wiedervereinigung schrieb er das Standardwerk zur Rockmusik, das "Rocklexikon der DDR".
Geprägt in den 70er-Jahren
Scharfschwerdt habe die Band als Nachfolger von Gunther Wosylus in die 80er-Jahre transportiert, sagt Hintze. Während Wosylus musikalisch in den 60er-Jahren geprägt worden sei, seien bei Scharfschwerdt die 70er-Jahre entscheidend gewesen. Diese Generation habe neue Stile, vor allem Hardrock, aufgenommen, und Musiker wie Ian Paice von Deep Purple als Vorbild gehabt. Wosylus' Stil sei demgegenüber deutlich sparsamer gewesen.
Der DDR-Rock habe sich in den 80er-Jahren verändert und Scharfschwerdt sei mit seinem modernen Schlagzeugspiel prägend für den Puhdys-Sound gewesen, sagt Hintze. Die Band sei beim Ausstieg von Wosylus schon die führende Musikgruppe der DDR gewesen, die zudem auch im Westen spielen konnte: "Die hatten aufgrund ihres Standes natürlich alle Möglichkeiten, die besten Schlagzeuger zu engagieren", sagt Hintze.
Nationalpreis für die Puhdys
Scharfschwerdt hat auch Songs komponiert, unter anderem „Lass uns den Rest bewahr´n“, „Süden“ und „Unsichtbare“, aber das will Hintze nicht zu hoch hängen. Insgesamt habe der Drummer nur wenige Lieder geschrieben, und wenn, dann eher in den 90er- und 2000er-Jahren: "Aber in der Hochzeit der Puhdys, in der kommerziell erfolgreichsten Zeit, also in den 70er- und 80er-Jahren, war er wirklich nur Schlagzeuger, und die Komposition ging zu 90 Prozent von Dieter Birr aus."
Große Bekanntheit erlangten die Puhdys mit Liedern wie „Wenn ein Mensch lebt“ und "Geh zu ihr“ aus dem Film „Die Legende von Paul und Paula“ von Heiner Karow. 1982 erhielten sie als erste DDR-Rockband den Nationalpreis der DDR. Zwölf Mal wurden sie zur beliebtesten Rockband der DDR gewählt. Auch nach der Wiedervereinigung füllten sie noch große Konzerthallen.