Konzepte gegen die Massenarbeitslosigkeit
"Vorrang für Arbeit" so lautet der Slogan der Union für die kommende Bundestagswahl. Auch die anderen Parteien stellen den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in den Vordergrund. Doch kann und wird sich so schnell etwas auf dem Arbeitsmarkt ändern? Und wenn ja, was müsste geschehen, um den Arbeitsmarkt fit für die Zukunft zu trimmen?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich Hartmut Seifert seit mehr als drei Jahrzehnten. Der Arbeitsmarkt-Experte und Leiter des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) bei der Hanns-Böckler-Stiftung sieht schwerwiegende Probleme: "Das der Qualität: Wir werden unseren Standort nur durch Qualifikation sichern können. Zweitens müssen wir sehen, dass wir die Kosten für die Sicherung der Sozialsysteme in Grenzen halten und drittens das der Demographie. Und dafür fehlen die großen Pläne, ein Gesamtkonzept. Das ist ja auch keines, das sich in Legislaturperioden lösen ließe."
Eine Lösung sieht der Volkswirt in einer verstärkten Bildungspolitik: "Wir machen eine fatale Politik, in dem wir auf der einen Seite atypische Beschäftigungsverhältnisse fördern, mit geringfügig bezahlten Jobs, befristeten Jobs, Leiharbeit und Teilzeitarbeit. Die Beschäftigten, die dort arbeiten, haben ein unterdurchschnittliches Einkommen oder sind gar arm. Nur: Wir wissen, dass gerade solche Beschäftigte nicht in Ausbildung und Weiterbildung investieren können. Armut ist eine Bildungsbremse! Bei der Bildung und Weiterbildung wird auf die Bremse getreten, wir fallen international zurück."
Auch beim Thema Überalterung und der Forderung nach einer Rente ab 67 ist er pragmatisch: "Es gibt keine andere Chance, als altersgerecht zu arbeiten. Die Beschäftigten steigen heute schon vor dem Erreichen der Rentengrenze aus, weil sie unfähig sind, den Job weiterhin auszuführen. Also muss ich Arbeitszeitmodelle haben, die es erlauben, altersgerecht zu arbeiten."
Schon heute sind mehr als 1,25 Millionen Beschäftigte in Deutschland über 50, nicht einmal 40 Prozent der heute 55- bis 65-Jährigen sind erwerbstätig. Die Arbeitslosigkeit hat die Steuer- und Beitragszahler im vergangenen Jahr 85,7 Milliarden Euro gekostet – Tendenz steigend. Gleichzeitig nimmt die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beitragszahler ab.
Wie ist dieser Teufelskreis zu stoppen?
Und wie werden wir in Zukunft arbeiten?
Über die Zukunft der Arbeit und der Arbeitswelt diskutiert Dieter Kassel heute gemeinsam mit dem Arbeitsmarktforscher Hartmut Seifert, von 9 Uhr 07 bis 11 Uhr in der Sendung "Radiofeuilleton – Im Gespräch" bei Deutschlandradio Berlin.
Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der kostenlosen Telefonnummer 00800/22542254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.
Eine Lösung sieht der Volkswirt in einer verstärkten Bildungspolitik: "Wir machen eine fatale Politik, in dem wir auf der einen Seite atypische Beschäftigungsverhältnisse fördern, mit geringfügig bezahlten Jobs, befristeten Jobs, Leiharbeit und Teilzeitarbeit. Die Beschäftigten, die dort arbeiten, haben ein unterdurchschnittliches Einkommen oder sind gar arm. Nur: Wir wissen, dass gerade solche Beschäftigte nicht in Ausbildung und Weiterbildung investieren können. Armut ist eine Bildungsbremse! Bei der Bildung und Weiterbildung wird auf die Bremse getreten, wir fallen international zurück."
Auch beim Thema Überalterung und der Forderung nach einer Rente ab 67 ist er pragmatisch: "Es gibt keine andere Chance, als altersgerecht zu arbeiten. Die Beschäftigten steigen heute schon vor dem Erreichen der Rentengrenze aus, weil sie unfähig sind, den Job weiterhin auszuführen. Also muss ich Arbeitszeitmodelle haben, die es erlauben, altersgerecht zu arbeiten."
Schon heute sind mehr als 1,25 Millionen Beschäftigte in Deutschland über 50, nicht einmal 40 Prozent der heute 55- bis 65-Jährigen sind erwerbstätig. Die Arbeitslosigkeit hat die Steuer- und Beitragszahler im vergangenen Jahr 85,7 Milliarden Euro gekostet – Tendenz steigend. Gleichzeitig nimmt die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beitragszahler ab.
Wie ist dieser Teufelskreis zu stoppen?
Und wie werden wir in Zukunft arbeiten?
Über die Zukunft der Arbeit und der Arbeitswelt diskutiert Dieter Kassel heute gemeinsam mit dem Arbeitsmarktforscher Hartmut Seifert, von 9 Uhr 07 bis 11 Uhr in der Sendung "Radiofeuilleton – Im Gespräch" bei Deutschlandradio Berlin.
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