Der "Sultan of Swing" wird 70
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Happy Birthday, Mark Knopfler! In den 1980ern Frontmann der "Dire Straits" und danach als Solokünstler erfolgreich. Auch mit 70 ist er produktiv wie kaum ein anderer. Was er machen will, wenn er dann doch mal in Rente geht, hat er Thomas Spickhofen verraten.
Ja, er sei ein langsamer Lerner, sagt Mark Knopfler. Deshalb habe er diesen Song geschrieben: "The Slow Learner", der langsame Lerner.
"Ich mache alles langsam. Ich gehe sogar langsam", sagt Knopfler.
Wer ihm in seinem Studio im Londoner Stadtteil Chiswick gegenübersitzt, begreift gleich: Dieser Mann mag es ruhig. Dunkelblauer Wollpulli mit Reißverschlusskragen, darunter ein schwarzes T-Shirt, schwarze Jeans, einfache Straßenschuhe. Kein Glitzer und kein Glamour kleben an dem Mann, der vor 70 Jahren im schottischen Glasgow geboren wurde. Das Funkeln überlässt er ganz seiner Musik.
Der Durchbruch kam mit Ende 20
Der Durchbruch mit den "Dire Straits" kam für Mark Knopfler, als er schon Ende 20 war, nach mehreren Jahren als mäßig erfolgreicher Profimusiker und einer wichtigen Entscheidung:
"Ich wollte wirklich Musiker sein", sagt er. "Aber dann merkte ich, dass in mir Songs sind, die raus müssen. Damit schlägst du dann einen ganz anderen Weg ein und kümmerst dich nicht mehr so sehr um dein Instrument, du übst nicht mehr so viel. Das erste, was darunter leidet, wenn du anfängst Songs zu schreiben, ist deine Fähigkeit am Instrument."

So fing es an: Mark Knopfler und Bassist John Illsley bei einem Konzert der "Dire Straits" 1985.© picture alliance / dpa / K._Mäntylä
Nur sechs Studio-Alben brachten die Dire Straits raus, aber damit dominierten sie die Charts in den 80ern. Vielschichtige Songs, die warme Stimme von Mark Knopfler und dessen ganz besonderes Gitarrenspiel prägten den Sound der Band.
"Ich vermute, dass ich Linkshänder bin, das gibt mir einen besonderen Druck auf die Saiten", erklärt Knopfler. "Das Vibrato ist kräftig, und du kannst es auf zwei oder drei Saiten machen."
Was sich Mark Knopfler zu Weihnachten wünscht
Die Dire Straits verließ er, weil ihm das alles zu groß wurde. Aber auch solo blieb Mark Knopfler erfolgreich und produktiv wie kaum ein anderer. Im vergangenen Jahr brachte er sein neuntes Solo-Album heraus, in Edinburgh läuft sein Musical "Local Hero", am Freitag startet er eine mehrwöchige Nordamerika-Tour. Und vielleicht kann er sich danach zu Weihnachten das schenken, was er sich schon lange wünscht:
"Eines der Dinge, die ich tun werde, wenn ich mal mit dem Touren aufhöre, ist: Dann hätte ich gern einen Gitarrenlehrer. Ich hatte den nie."