Vorwürfe gegen Bayerische Staatsgemäldesammlungen umfangreicher als bisher bekannt

    München: Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) nimmt an einer Pressekonferenz zu aktuellen Entwicklungen in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen teil.
    Pressekonferenz zur Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit Kulturminister Blume © Leonie Asendorpf / dpa / Leonie Asendorpf
    Die Vorwürfe rund um die Bayerischen Staatsgemäldesammlunge gehen deutlich weiter als bislang bekannt. Nach Informationen des Deutschlandfunks dokumentieren interne Unterlagen des Museumsverbundes mindestens 19 Vorwürfe. Es geht unter anderem um mögliche sexuelle Belästigung Minderjähriger durch Aufsichtspersonal und den Missbrauch von Videoanlagen in den Museumsräumen zur illegalen Verhaltenskontrolle von Beschäftigten. Vorwürfe betreffen nach Informationen des Deutschlandfunks aber auch die Sicherheit der Kunstwerke. Zudem sollen in einem Fall originalgetreue Kopien deutscher Blanko-Reisepässe, die für ein Ausstellungsobjekt hergestellt worden waren, aus einem Lagerraum gestohlen und an Mitarbeitende verteilt worden sein. Am Vormittag hatte der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, bekannt gegeben, dass der Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz, versetzt wird. Kommissarischer Nachfolger ist der ehemalige Münchner Kulturreferent Anton Biebl. Gegenüber dem Deutschlandfunk bestätigte Minister Blume den Umfang der Vorwürfe und die Aufnahme einer internen Untersuchung. Ihm zufolge soll die Provenienzforschung völlig neu aufgestellt und die gesamte Museumslandschaft aus ihrem Behördendasein in etwas Neues überführt werden. Ziel sei eine neue Ära der Wiedergutmachung. Ausgelöst wurde die Debatte im Februar durch inzwischen teils korrigierte Berichte der "Süddeutschen Zeitung" über schwere Versäumnisse im Zusammenhang mit der Rückgabe von NS-Raubkunst.