Nationalmuseum im Sudan fast vollständig geplündert

Vor wenigen Tagen hat die Armee im Sudan die Hauptstadt Khartum von paramilitärischen Einheiten zurückerobert. Inzwischen wird auch deutlich, wieviele Kulturschätze in zwei Jahren Bürgerkrieg geraubt wurden: Laut der Zeitung ”Guardian”wurde ein Video aus dem sudanesischen Nationalmuseum verbreitet, das ursprünglich rund 100.000 Artefakte beherbergte. Nun sind die Räume zerstört und fast leer. Gestohlen wurden offenbar auch Mumien, die mit 4500 Jahren zu den ältesten und archäologisch bedeutendsten der Welt gehören. Die meisten der seltenen Artefakte des Nationalmuseums sowie wertvolle Stücke aus Gold und Edelsteinen seien verloren, sagte ein Kurator in Khartum. Nur einige große Statuen seien übrig. Dazu gehört die tonnenschwere Statue eines Pharaos, der im 7. Jahrhundert v. Chr. über Ägypten und Kusch, dem heutigen Sudan, herrschte. Dem Bericht zufolge tauchten schon 2024 Satellitenbilder auf, die zeigten, wie mit Artefakten beladene Lastwagen das Nationalmuseum verließen. Der Bürgerkrieg im Sudan begann im April 2023. Nach UN-Angaben wurden zehntausende Menschen getötet, mehr als zwölf Millionen sind auf der Flucht.