Die Potsdamer Tanztage gehen noch bis zum 7. Juni 2015.
Kraftvolle Performer
Das klug kuratierte Tanzfestival machte die fabrik Potsdam zu einem Anziehungspunkt für alle, die sich für Performancekunst auf hohem Niveau interessieren. Bei dem Stück "We don't speak to be understood" sprachen nur die Körper der Darsteller.
Kein Wort fällt in dieser einstündigen Performance zwischen den Performern Pieter Ampe und Benjamin Verdonck. Dafür durchlaufen sie allerlei absurde Situationen, in denen Kühlschränke, Tische, Stühle, Windmaschinen, Bühnennebel und eine Flasche Honig eine Rolle spielen – alles begleitet von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" auf dem Plattenteller. Doch auch, wenn die beiden Darsteller eine dezent-selbstironische Haltung und wunderbaren Understatement-Humor an den Tag legen – richtig mitreißen will dieses Duett nicht. Zu wenig Reibung, zu wenig dynamische Differenz.
Und doch: Dass Festivalleiter Sven Till die beiden eingeladen hat, verwundert nicht, sind sie doch außergewöhnliche, kraftvolle Performer jenseits jedes Stereotyps – und passen damit wunderbar in dieses gar nicht mehr so kleine, klug kuratierte Tanzfestival, das die fabrik Potsdam einmal mehr zu einem Anziehungspunkt für all' jene macht, die sich für zeitgenössische Performancekunst auf hohem und unterhaltsamen Niveau interessieren.