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    Peter Scholl-Latour ist tot

    Peter Scholl-Latour
    Peter Scholl-Latour © dpa / picture alliance / Tim Brakemeier
    Der Journalist und Buchautor Peter Scholl-Latour ist im Alter von 90 Jahren in Rhöndorf am Rhein gestorben.
    Das teilten die Ullstein Buchverlage mit. Scholl-Latour war mit Reportagen u.a. über Indochina, Afrika und die arabische Welt bekannt geworden und schrieb Bestseller wie "Der Tod im Reisfeld".
    Der Propyläen Verlag würdigte Scholl-Latour als einen "der Großen des deutschen Journalismus". Er habe "Kriege und Bürgerkriege unserer Zeit von Algerien über Vietnam bis zum Irak und Afghanistan aus nächster Nähe kennengelernt" und den Deutschen mit Reportagen, Filmen und Büchern die Welt näher gebracht.
    Scholl-Latour wurde am 9. März 1924 in Bochum geboren. Er arbeitete sowohl für die ARD also auch für das ZDF und war kurzzeitig auch Chefredakteur des Magazins "Stern". Seit Ende der 80er-Jahre arbeitete er als freischaffender Publizist und machte vor allem durch Fernsehfeatures und Bücher von sich reden.
    Ulrich Wickert: "Kritik war ihm immer gleichgültig"
    Der Tagesthemen-Moderator und zeitweilige Weggefährte Scholl-Latours, Ulrich Wickert, sagte über den Reporter, er sei für ihn immer ein Vorbild gewesen. Er habe ihn 1969 in Paris kennengelernt, wo Scholl-Latour Chef des ARD-Studios war. "Er sagte gleich zu mir: 'Ach, kommen Sie heute Abend zu mir, es gibt eine Suppe'", erinnert sich Wickert. Scholl-Latour sei eine Figur gewesen, von der er gedacht habe, "so in die Richtung möchtest du auch mal werden".
    Wickert sagte weiter, fasziniert habe ihn Scholl-Latours Männlichkeit. "Er war ein Mann des Geistes, ein Mann, der ganz klar für das stand, was er sagte. Kritik war ihm immer gleichgültig." Scholl-Latour habe oft Recht gehabt mit seinen politischen Prognosen, weil er die Geschichte und Kultur des jeweiligen Landes wirklich kannte, aus der eigenen Erfahrung.
    Porträt zum 90. Geburtstag von Peter Scholl-Latour in Deutschlandradio Kultur
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