Das vollständige Gespräch mit Ralph Bollmann hören Sie hier:
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Die Angst, Fehler zu machen
04:07 Minuten
Lebensmittel bestellen, die Familie kontaktieren, Telemedizin nutzen: Gerade Ältere können vom Internet profitieren. Doch viele scheuen sich davor, wie eine Studie belegt. "F.A.S."-Redakteur Ralph Bollmann hat eine Idee, woran das liegen kann.
Nur jeder Dritte der über 70-Jährigen fühlt sich im Umgang mit dem Internet sicher. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervor. Ralph Bollmann, Wirtschaftsredakteur bei der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", kann die verbreitete Verweigerungshaltung von Senioren nur schwer nachvollziehen. Denn für die Mehrzahl der Älteren sei das Internet "ein großer Gewinn", sagte er im Deutschlandfunk Kultur.
E-Mail ausdrucken und dem Professor faxen
Bollmann vermutet als Grund die Angst, sich zu blamieren und "auf seine alten Tage nochmal Dinge vielleicht nicht zu können, Hilfe zu brauchen". Das sei auch nicht "schichtspezifisch", wie er sagt: "Ich kenne ältere Professoren, die sich ihre E-Mails, obwohl sie lange emeritiert sind, von der Sekretärin ausdrucken und nach Hause faxen lassen, weil sie denken, sie kommen mit der E-Mail nicht zurecht."
Dabei seien die technischen Fragen, so Bollmann, nicht entscheidend. Senioren kämen aus einer "binären Richtig-Falsch-Welt", in der man keine Fehler machen dürfe. "Diese Internet- und Computerwelt ist ja etwas, wo man sehr viel herumprobiert, wo es in der Regel auch mehrere Wege zu einem Ergebnis gibt. Das ist eine Sache, womit sich wirklich die ältere Generation gerade in Deutschland zum Teil ein bisschen schwertut."
Was also tun? Angehörige und Freunde müssten den Älteren Druck machen, ist der Journalist überzeugt - nach dem Motto: "Hör mal, du brauchst das, das ist gut für dich- das ist alternativlos!"
(bth)