Joyce Ilg, Chris Halb12: "Hätte ich das mal früher gewusst! Was man wirklich im Leben braucht, aber in der Schule nicht lernt"
Rowohlt, Hamburg 2019
304 Seiten, 12 Euro
Besser lernen ohne Angst vor Fehlern
04:59 Minuten
Viele Schülerinnen und Schüler hätten Angst, Fehler zu machen, und würden daher nicht gut lernen, meint die Youtuberin und Buchautorin Joyce Ilg. Sie wünscht sich eine Schule, die Selbstmotivation und Eigenverantwortung fördert.
Zum Auftakt einer Interviewreihe mit dem Motto "Was sollen wir unseren Kindern beibringen?" haben wir mit der Youtuberin und Buchautorin Joyce Ilg gesprochen. Sie sieht im Frontalunterricht ein Problem der schulischen Wissensvermittlung.
Persönlichkeit entwickeln statt Auswendiglernen
Zudem bemängelt Ilg, dass die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler kaum in den Unterricht einbezogen werde. Auswendiglernen und Abschreiben seien die üblichen Methoden.
"Man lernt in der Schule sehr viel über die Welt um sich herum, aber man lernt sehr wenig über die Welt in einem selbst", sagt Joyce Ilg, die in der Schule gern mehr über Psychologie und die Kommunikation mit anderen Menschen erfahren hätte.
Wer Fehler machen darf, kann besser lernen
Die Schule vermittle zwar wichtiges Basis- und Allgemeinwissen, doch die Selbstmotivation der Schülerinnen und Schüler werde zu wenig angeregt. Ilg wünscht sich daher mehr Eigenverantwortung fürs Lernen sowie die Möglichkeit, Dinge zu hinterfragen und Fehler machen zu dürfen.
"Man sollte mehr lernen, wie man sich selber Sachen beibringen kann", sagt sie. Aus Angst vor Fehlern würden viele Kinder und Jugendliche gar nicht erst anfangen, sich mit dem Lernstoff zu beschäftigen.
Das Internet sieht Ilg als Ergänzung zum Schulunterricht. Inzwischen würden sogar Lehrer Youtube-Videos im Unterricht einsetzen.
(huc)